BMW München

Die Dimensionen dieses Projekts der Bayrischen Motorenwerke AG: Innerhalb von nur 16 Monaten Bauzeit wurde auf einer Grund­­­­fläche von 73.000 m² ein Multifunktionsgebäude mit rund 75.000 m² BGF bzw. 35.000 m² Bürofläche errichtet. In diesem Objekt werden bei Vollauslastung rund 3.500 Mitarbeiter ihren Arbeitsplatz haben. Ein spannendes Detail aus den Werk­verträgen dieses Projekts: In keinem der Verträge wurde ein Endtermin, und daraus logischerweise auch keine Pönale, vereinbart. Trotzdem wurde das Projekt um 5 Monate schneller fertiggestellt als es der Terminplan in der Entwurfsphase vorgesehen hatte. Der Grund dafür: Silodenken wird überflüssig, weil es nichts zu verlieren gibt.

Enger Zeitplan erfordert präzise Logistik

Da sämtliche Gewerke und Kooperationspartner an einem (zeitlichen) Strang ziehen, wird es auf der Baustelle eng. Alleine durch die rhtb: projekt de gmbh wurden rund 2.725 Tonnen Baumaterial angeleifert und installiert. Aufgrund der im LEAN-Prozess vorgesehenen laufenden persönlichen Abstimmungen untereinander, konnten in dieser Phase sogar noch kurzfristig geäußerte Änderungswünsche der Auftraggeber berücksichtigt werden. „Im Zuge dieses Projekts haben wir wirklich gelernt, unsere Abläufe zu optimieren, die Mitarbeiter gezielt einzusetzen, Probleme frühzeitig zu erkennen, kommunizieren und zu lösen – und unsere Arbeitsweise gesamtheitlich zu überdenken“, ergänzt Rainer Haubenwaller. Peter Röllgen, Projektverantwortlicher und Bauherrenvertreter, bestätigt: „LEAN-Construction war von unserer Seite her nicht bloß Vorgabe, sondern gelebte Praxis. Auch als Bauherren haben wir eine gleichberechtigte Position eingenommen und auf Augenhöhe kommuniziert.“

Details rund um „innere Werte“

Innerhalb der Bürobereiche wurden „Think Tanks“ als kleinere Besprechungs- und Arbeits-Einheiten installiert. Hier galt es, besonders hohe Anforderungen an die optischen, schalltechnischen und klimatischen Vorgaben zu erfüllen. Ähnliches galt für die technischen Einbauten hinter den Metalldecken. Aufgrund der Fülle an verschiedenen Haustechnik-Anwendungen war eine sehr genaue Planung der Belegung mit Kühlregistern nötig. Diese Details konnten allerdings vorab in – den LEAN-­Vorgaben entsprechenden – regelmäßigen Abstimmungen aller Gewerke geklärt und berücksichtigt werden.

Starkes Teamwork

Obwohl Bauleitung, Logistik, Vorarbeiter und Monteure davor bereits gut aufeinander eingespielt waren, konnte in diesem Fall das Teamwork nachhaltig verstärkt werden. Vor allem in der persönlichen Kommunikation und direkten Abstimmung mit anderen Gewerken vor Ort wurden neue Möglichkeiten ausgelotet, die Arbeiten nachweislich effizienter zu gestalten. Kurt Kavalirek, rhtb: Bauleiter ergänzt: „Mit dem Einsatz in Deutschland waren wir auch mit einer Reihe anderer Normen, Verarbeitungsrichtlinien und gesetzlichen Vorgaben konfrontiert. Als Neulinge im Süddeutschen Raum konnten wir unsere Planungs- und Umsetzungskompetenz einmal mehr unter Beweis stellen.“

LEAN als Chance für die Zukunft

Für rhtb: bedeutet LEAN das immerwährende und tägliche Streben nach Erkennen und Eliminieren von Verschwendung, im Einklang mit einem möglichst optimalen Verhältnis zwischen der Ressourcen- und Flusseffizienz. LEAN-Management, LEAN-Design und LEAN-Construction können die geeigneten Methoden dafür sein, das Silodenken der einzelnen Gewerke aufzubrechen und die Unkultur des Gegeneinanders zu einer Kultur des Miteinanders zu machen.

Verarbeitete Materialien

  • 11.000 m² Ständerwände (4-fach GK)
  • 3.000 m² Vorsatzwände (2-fach GK) und Schachtwände
  • 12.000 m² GK-Decken (E0 bis E90 sowie Lochdecken)
  • 35.000 m² Metalldecken (davon rund
  • 28.500 m² Heiz-Kühldecken)
  • 30.500 m² Doppelboden und Hohlraumboden

Zeitraum

2017 – 2018

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